19.05.2012

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Fragenkatalog für den Themenkomplex:
Passagier- und Luftfrachtentwicklung


Frage 1:
Wie haben sich die Passagierzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Antwort:
Am Dortmund Airport sind die Passagierzahlen im Linienverkehr kontinuierlich angestiegen, von weniger als 200.000 Passagieren im Jahr 1990 bis auf 2,1 Millionen im Jahr 2007. Dagegen liegen die Passagierzahlen im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt gleichbleibend zwischen 25.000 und 43.000 Passagieren. Bei der allgemeinen Luftfahrt handelt es sich um private Flugzeuge, Taxi- und Werkverkehr.

Bild 1: Entwicklung der Passagierzahlen im Linienverkehr und im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt (Quelle: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Abb. 2-1, Seite 23)

Folgende Entwicklungen prägten das Passagierwachstum:



Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 22 ff

Frage 2:
Wie hoch werden die Passagierzahlen am Dortmund Airport im Jahr 2020 sein?

Antwort:
Im Prognose Ausbaufall werden am Dortmund Airport im Jahr 2020 im Linien- und Charterverkehr 4,4 Mio. Passagiere erwartet, im Prognose-Nullfall 3,6 Mio. Passagiere.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 85 f
Frage 3:
Wie verteilen sich heute die Passagierzahlen auf die einzelnen Verkehrssegmente?

Antwort:
Im Linienverkehr werden im Jahr 2008 etwa 2,4 Mio. Passagiere erwartet, das sind 98 Prozent des gesamten Passagieraufkommens am Dortmund Airport. Im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt werden gleichbleibend zwischen 25.000 und 43.000 Passagiere gezählt (zwei Prozent).

Bild 2: Passagierverteilung im Jahr 2006 (Quelle: eigene Darstellung; siehe auch Fluggast- und Flugbewegungsprognose Abb 2-10, Seite 31)

Im Jahr 2006 machte der Low-Cost-Verkehr insgesamt bis zu 86 Prozent aus. Alle anderen Verkehrsbereiche haben keinen signifikanten Verkehrsanteil mehr.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 23 und Seite 31
Frage 4:
Wird sich die Verteilung der Passagiere innerhalb der Verkehrssegmente signifikant verändern?

Antwort:
Ja. Im Rahmen der Prognose wird unterstellt, dass trotz Konsolidierung unter den Low-Cost-Carriern (z.B. easyJet, Germanwings, Wizzair) der Anteil dieses Segments am Gesamtangebot (Inland- und Europaverkehr) bis 2020 weiterhin zunimmt. Es wird erwartet, dass sich die Geschäftsmodelle Low Cost und Touristik weiter angleichen und künftig nicht mehr eindeutig gegeneinander abzugrenzen sind (vgl. Fusion von HapagFly und HLX zu TUIfly oder die Übernahme der LTU durch Air Berlin im Jahr 2007).

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 75

Letztlich hängt das Flughafenkonzept von einer Ausbauentscheidung ab. Fluggesellschaften, Flotte und Netz werden im Nullfall einseitiger, nämlich beinahe ausschließlich auf Low-Cost-Verkehre konzentriert. Im Ausbaufall sind dagegen drei Standbeine möglich: Low-Cost-Verkehr, traditioneller Charterverkehr und Hub-Verkehr.
Frage 5:
Über welches Einzugsgebiet bzw. aus welchem regionalen Raum kommen die Passagiere des Dortmund Airport heute und in Zukunft?

Antwort:
Im Basisjahr 2006 kamen die meisten Reisenden (Passagiere = Reisende x 2; Hin- und Rückflug) aus der Stadt Dortmund (105.000), gefolgt von Kreisregionen (Märkischer Kreis: 70.000, Kreis Unna: 60.000). Zusätzlich kamen etwa 10.000 Reisende aus den Niederlanden. Durch den Wettbewerb zu den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn entfallen auf den Flughafen Dortmund aus den aufkommensstarken Kreisregionen des westlichen Ruhrgebietes und dem Rheinland vergleichsweise wenige Reisende, zum Beispiel aus der Stadt Köln 12.000 und aus der Stadt Düsseldorf 7.000 Passagiere.
Wird die Erreichbarkeit des Dortmund Airport durch den geplanten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für den Individualverkehr verbessert, ist mit einer Erhöhung der Zahl der Reisenden aus dem westlichen Ruhrgebietes und dem Rheinland zu rechnen.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 50 f
Frage 6:
Reicht das Streckenangebot am Dortmund Airport aus, um Kundenwünsche zu befriedigen?

Antwort:
Nein, das zeigt die Marktausschöpfungsquote von 3,3 Prozent. Im Jahr 2006 umfasste der Markt des Dortmund Airport 29,6 Millionen Reisende, doch nur 988.000 Reisende sind tatsächlich ab Dortmund Airport geflogen. Fluggäste wählen ihren Flughafen in Abhängigkeit von der Erreichbarkeit, den angebotenen Flugzielen, der Bedienungsintensität und dem Ticketpreis. Seit die Anbindung an den Flughafen Frankfurt im Jahr 2003 entfiel und die Strecke nach München von der Lufthansa aufgrund der gegenwärtigen Betriebszeiten eingeschränkt wurde, verfügt der Dortmund Airport über kaum eine wettbewerbsfähige Anbindung an die deutschen Interkont- und Europadrehkreuze. Die Gutachter gehen davon aus, dass es hier eine hohe Nachfrage gibt und die Passagiere auf das Umsteiger- und Direktflugangebot der umliegenden Wettbewerbsflughäfen ausweichen.
Ebenso hat die Verringerung der Angebote von Air Berlin zu einer Verringerung der Zahl der beförderten Passagiere im Jahr 2006 geführt. Dagegen konnte durch den Markteinstieg von easyJet, germanwings und Wizzair, die klassische Urlaubsziele (z.B. Mallorca, Alicante, Malaga) anfliegen, aber auch europäische Städte (z.B. London, Rom, Barcelona) und Ziele im osteuropäischen Raum bedienen, ein nennenswertes zusätzliches Passagieraufkommen generiert werden.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungspronose, Seite 24 ff, Seite 45 ff, Seite 116 ff)
Frage 7:
Was bedeuten die demographischen Veränderungen für den Dortmund Airport?

Antwort:
Bei der Prognose der Luftverkehrsnachfrage für das Jahr 2020 werden die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur demographische Entwicklung in Deutschland berücksichtigt. Demnach sinkt die Bevölkerungszahl in Deutschland von 82,2 Mio. im Jahr 2007 auf 80,1 Mio. im Jahr 2020 (-2,6 Prozent). Für den Einzugsbereich Dortmund wird insgesamt ein Bevölkerungsrückgang von 36,7 Mio. in 2007 auf 35,7 Mio. Einwohner (-2,7 Prozent) im Jahr 2020 vorhergesagt. Die geringfügige Abweichung von der für das gesamte Bundesgebiet prognostizierten Entwicklung rechtfertigt die Übertragung des durchschnittliche Wachstumsfaktor von 1,62 für Deutschland (entspricht 3,5 Prozent pro Jahr) auf die Prognose der Luftverkehrsnachfrage 2020 auf der Ebene der Region.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 62 ff
Frage 8:
Wird zukünftig vermehrt Luftfracht über den Dortmund Airport abgewickelt?

Antwort:
Für die Zukunft wird mit einer mittelfristigen Zunahme der Luftfracht mit Wachstumsraten von rund sechs Prozent pro Jahr gerechnet. Im Jahr 2020 sind auf dem Dortmund Airport rund 20.000 Tonnen Luftfracht im Prognose-Nullfall wie auch im Ausbaufall zu erwarten. Davon werden für den Prognose-Nullfall 500 Tonnen, für den Ausbaufall 1000 Tonnen geflogene Fracht prognostiziert; der Rest wird per Lkw zu benachbarten Cargo-Flughäfen transportiert. Im Jahr 2006 lag das Gesamtvolumen der am Dortmund Airport abgefertigten Fracht bei ca. 8.500 Tonnen. Der Anteil der geflogenen Fracht machte 1,5 Prozent (128 Tonnen) aus.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungsprognose, Seite 95, Seite 102 f, Seite 126
Frage 9:
Welche Art von Luftfracht wird heute und zukünftig am Dortmund Airport abgewickelt?

Antwort:
Der größte Teil der umgeschlagenen Fracht ist Exportfracht mit im Mittel 85 Prozent am Gesamtfrachtaufkommen. Nur ein bis zwei Prozent der am Dortmund Airport abgefertigten Fracht wird auch geflogen, rund 99 Prozent der Luftfracht wird per LKW als Luftfrachtersatzverkehr (RFS-Dienste) befördert.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungspronose, Seite 94 ff
Frage 10:
Welche Bedeutung hat die Luftfracht als Einnahmequelle für den Dortmund Airport?

Antwort:
Nur ein bis zwei Prozent der am Dortmund Airport abgefertigten Fracht wird auch geflogen, rund 99 Prozent der Luftfracht wird per LKW als Luftfrachtersatzverkehr (RFS-Dienste) befördert. Wird auch künftig unterstellt, dass 1,5 Prozent der Gesamtfracht geflogen wird, sind in diesem Segment im Jahr 2020 bei einer gezielten Vermarktung und Akquisition des Produktes Luftfracht bis zu 1000 Tonnen zu erwarten. Jede abgefertigte Tonne und jede Flugbewegung kann die Wirtschaftlichkeit des Flughafens Dortmund verbessern. Im Vergleich zu anderen Einnahmequellen ist der Frachtverkehr von untergeordneter Bedeutung.

Vertiefung: Fluggast- und Flugbewegungspronose, Seite 94, Seite 103